Veröffentlicht am: 15. März 2026
6 Minuten Lesezeit
Schwachstellen in Jenkins-Umgebungen systematisch adressieren – mit GitLab CI als integrierter DevSecOps-Plattform.

Jenkins hat sich über mehr als ein Jahrzehnt als Standard-CI-Werkzeug in deutschen Unternehmen etabliert. Viele Organisationen betreiben heute dezentral gewachsene Installationen: mehrere Jenkins-Instanzen mit teambezogenen Konfigurationen, umfangreichen Plugin-Ökosystemen und eigenen Update- und Sicherheitspflegezyklen. Diese Infrastruktur ist produktiv – und entsprechend schwer zu verändern.
Gleichzeitig verschieben sich die Anforderungen: Cloud-Kompatibilität, Container-Orchestrierung, integrierte Sicherheitsscans und KI-gestützte Entwicklungswerkzeuge werden zur Grundvoraussetzung moderner CI/CD-Umgebungen. Jenkins liefert diese Fähigkeiten nicht nativ – sie entstehen durch das Zusammensetzen, Warten und Absichern von Plugins. Dabei ist der Aufwand nicht gering: Sicherheitsrelevante Plugin-Aktualisierungen fallen regelmäßig an und binden Entwicklungskapazität, die anderweitig produktiver eingesetzt werden könnte.
Dieser Leitfaden beschreibt drei bewährte Migrationsstrategien und einen empfohlenen Schritt-für-Schritt-Prozess – ergänzt durch ein deutsches Praxisbeispiel – für Organisationen, die eine Migration von Jenkins zu GitLab CI evaluieren oder planen.
GitLab CI ist integraler Bestandteil der GitLab DevSecOps-Plattform. Die zentralen Unterschiede gegenüber Jenkins:
Eine Einführung in GitLab CI ist im englischen Originalbeitrag als Video-Tutorial verfügbar.
Je nach Ausgangssituation, verfügbaren Ressourcen und Risikobereitschaft bieten sich drei Strategien an.
Bestehende Jenkins-Installationen bleiben unverändert in Betrieb. Neue Projekte starten von Beginn an auf GitLab CI. Teams bauen schrittweise Erfahrung auf, ohne laufende Workflows zu beeinträchtigen.
Vorteile: Minimales Migrationsrisiko. Kein Druck zur sofortigen Umstellung. Expertise entsteht organisch.
Herausforderungen: Zwei CI/CD-Plattformen parallel zu betreiben erhöht die Koordinationskomplexität – insbesondere bei Integration und plattformübergreifender Zusammenarbeit. Prozess- und Sicherheitskonsistenz erfordert zusätzliche Abstimmung.
Projekte, die am meisten von GitLab CIs Fähigkeiten profitieren, werden zuerst identifiziert und migriert. Statt einer vollständigen Umstellung konzentrieren sich die Ressourcen gezielt auf diese Projekte.
Vorteile: Konkrete Verbesserungen in strategisch relevanten Bereichen bei überschaubarem Aufwand. Erfahrungen mit GitLab CI können gesammelt werden, bevor weitere Migrationen folgen.
Herausforderungen: Auch die Migration einzelner Projekte erfordert sorgfältige Planung. Die Zusammenarbeit zwischen Projekten auf unterschiedlichen Plattformen bedarf zusätzlicher Koordination.
Alle CI/CD-Prozesse, Projekte und Workflows werden auf GitLab CI migriert. Dieser Ansatz strebt Einheitlichkeit und vereinfachte Administration über alle Projekte hinweg an. Empfohlen wird dabei ein iteratives Vorgehen: zunächst neue Projekte, dann strategische Projekte, schließlich die verbleibenden – mit wachsender Erfahrung und Sicherheit in jedem Schritt.
Vorteile: Einheitliche CI/CD-Prozesse vereinfachen langfristig Wartung und Administration. Alle Fähigkeiten der GitLab-Plattform – von Infrastructure as Code bis zu integrierten Sicherheitsfunktionen – stehen vollständig zur Verfügung. Skalierbarkeit für wachsende Projektportfolios.
Herausforderungen: Eine vollständige Migration erfordert detaillierte Planung und kann laufende Projekte vorübergehend beeinflussen. Budget für Schulungen und Migrationsaufwand ist realistisch einzuplanen.
Die Wahl der Strategie sollte auf den spezifischen Anforderungen, der Ausgangssituation und den verfügbaren Ressourcen der Organisation basieren.
Die Deutsche Bahn betreibt eines der größten Hochgeschwindigkeitsbahnnetzwerke Europas und entwickelt mit GitLab die DB-Navigator-App – die wichtigste digitale Schnittstelle für täglich Millionen von Reisenden in Deutschland.
Vor der Konsolidierung auf GitLab betrieb die Deutsche Bahn mehrere verteilte Jenkins-Instanzen mit jeweils eigenen Konfigurationen und Plugin-Setups. Das Unternehmen ist dabei, Jenkins vollständig durch GitLab zu ersetzen. „All diese Jenkins-Plugins mussten oft aufgrund von Sicherheitsproblemen aktualisiert werden, und wir mussten jeden Monat Plugin-Upgrades durchführen. Es war sehr zeitaufwendig", sagt Heiko Maaß, System Engineer bei der Deutschen Bahn. „Diese Aufgaben sind jetzt weg, sodass wir diese Zeit nutzen können, um neue Features zu erstellen, anstatt Jenkins zu warten." Der Wartungsaufwand war beträchtlich: Sicherheitsrelevante Plugin-Aktualisierungen fielen monatlich an und banden Kapazität, die in die Entwicklung neuer Funktionen hätte fließen können. Mit der Migration zu GitLab CI entfiel dieser Aufwand. Gleichzeitig vereinfachte GitLabs integrierte Plattform die bis dahin weitgehend manuelle Compliance-Koordination durch automatisierte Prüfprozesse erheblich.
Ergebnis: 80 % weniger Zeitaufwand für Pipeline-Wartung, 10–20 % Infrastrukturkosteneinsparungen, 1 Million Pipeline-Builds pro Monat auf einer konsolidierten Plattform.
Den vollständigen Kundenbericht gibt es hier: Deutsche Bahn AG – GitLab Kundenstory
Dieser Abschnitt richtet sich an Implementierungsteams. Vollständige Video-Tutorials und alle Konfigurationsdetails sind im englischen Originalbeitrag verfügbar.
Für eine strukturierte Migration empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
Dieser Ansatz stellt sicher, dass Probleme identifiziert und behoben werden, bevor die vollständige Umstellung erfolgt.
Eine erfolgreiche Migration erfordert Vorbereitung auf organisatorischer Ebene:
Beide Dateien definieren Stages, Jobs und Schritte des CI/CD-Prozesses. Build-, Test- und Deployment-Schritte sowie Umgebungsvariablen lassen sich in beiden konfigurieren.
Die wesentlichen Unterschiede: Jenkinsfile verwendet Groovy für Scripting, .gitlab-ci.yml verwendet YAML – eine menschenlesbarere und strukturiertere Syntax. GitLab CI stellt zudem eine breite Palette von integrierten Templates und vordefinierten Jobs bereit, was den Konfigurationsaufwand gegenüber eigenem Groovy-Scripting deutlich reduziert.
Die Migration bestehender Jenkinsfile-Konfigurationen erfordert eine sorgfältige Analyse der vorhandenen Pipelines und eine Übertragung der Logik in die YAML-Syntax von GitLab CI. Unterschiede in Syntax und Plattformfähigkeiten sind dabei zu berücksichtigen.
GitLab bietet Dokumentation zur Jenkins-Migration: Migrationsleitfaden in der GitLab-Dokumentation.
Darüber hinaus unterstützt das Professional-Services-Team von GitLab Organisationen bei der Migration – von der Konvertierung von Jenkinsfile zu .gitlab-ci.yml bis zur Optimierung bestehender CI/CD-Workflows.
Den vollständigen Leitfaden mit Video-Tutorials, weiteren Konfigurationsbeispielen und dem Lockheed-Martin-Fallbeispiel gibt es im englischen Originalbeitrag:
Jenkins to GitLab: The ultimate guide to modernizing your CI/CD environment
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